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Dienstag, 21. August 2012

Millionen Tode stirbt der Christus täglich!

Gedanken zum Vegetarismus der frühen Christen


Der tägliche Verstoß gegen das 5. Gebot.
Vier entscheidende Worte – ohne ausufernde Erklärungen, zweifelsfrei die Bedeutung:
Du sollst nicht töten!

Vier Worte, Grundelemente zum Schutz des Lebens an sich. Es wird nicht unterschieden zwischen den Geschöpfen, Tiere werden nicht ausgenommen von dem Tötungsverbot bzw. ihr täglicher Tod erlaubt!

Doch sie fließen, die Ströme von Blut, Tag für Tag -  nicht nur auf den menschlichen Schlachtfeldern, sondern um viele Millionen Male mehr in den Schlachthäusern der Erde, wo auch immer sie sein mögen.
Tägliche millionenfache Blutopfer, gleich archaischen Ritualen  für den unersättlichen Moloch Mensch, täglich zerrissenes Fleisch millionenfach zerstörten Lebens der unschuldigsten, harmlosesten, lautersten Wesen, die man mit Fug und Recht als unsere „älteren Geschwister“ in der Evolution bezeichnen kann.  Oft geschieht es im Namen jenes Gottes, der nach der Lehre der drei großen Weltreligionen Judentum, Christentum und Islam das Leben geschaffen hat.
Der göttliche Funke, in jeder Variation des Lebens immer wieder Einzigartigkeit und Individualität der  Geschöpfe schaffend,  missachtet  von dem gierigsten der Geschöpfe, das sich selbst zum Gott und Herr über Leben und Tod erhoben und jene, die ihnen zum Schutz überantwortet waren, sich selbst als blutige Speise zugedacht hat -  mit dem sog.“ Segen“ der christlichen Kirchen!
Christus – Erlöser, Erretter – mit diesem Ehrennamen hatten einst die Zeitgenossen den Wanderprediger Jeshua benannt, der, bekleidet mit einem einfachen weißen Bräutigamskittel, das damalige Palästina mit seinen Lehren des Friedens und der Liebe durchzog "das Himmelreich ist nahe herbeigekommen".
(Papst Damasus I. - Wikipedia)
Die Frage, ob jener Christus Vegetarier gewesen sei, beantwortet sich von selbst, wenn man  aus den Residuen außerkanonischer Schriften der frühesten christlichen Lehrer erfährt, dass sie allesamt dem Alkohol und dem Verzehr von Fleisch abgeschworen hatten, aufgrund der Lehren und Anordnungen des Rabbi Jesus.
Wie anders sind die eindeutigen Texte der sog. „Pseudoklementinen“ zu verstehen, Worte und Erklärungen die z.B. von Petrus selbst stammen sollen?!

Clemens von Alexandria (Wikipedia)

So ist beispielsweise in Predigt XII zu lesen: „Das widernatürliche Essen von Fleisch ist ebenso vergiftend wie die heidnische Anbetung von Teufeln mit ihren Opferungen und unreinen Festen. Durch Teilnahme wird der Mensch zum Tischgenossen von Teufeln“. Und was sagt der Apostel zur eigenen Ernährung? „Ich lebe von Brot und Oliven, denen ich nur selten ein Gemüse zufüge.“ Weiterhin beschreibt Clemens von Alexandria (*150 in Athen, + 215 Kappadokien) in seinem Werk Padaigogòs („der Erzieher“) , dass der Evangelist Matthäus hauptsächlich von Pflanzenspeisen gelebt und nie Fleisch berührt habe (Padaig. II,1).
 Ein weiterer früher Kirchenvater, der Bischof  Eusebius von Caesarea (264–349), zitierte in seiner Kirchengeschichte (II,2,3) einen der frühesten  Kirchenschriftsteller Hegesippus (*100, +180 in Jerusalem), nach dessen Niederschrift der Apostel Johannes niemals Fleischkost genossen habe. In der gleichen Quelle wird Jakobus der Jüngere (nach Hegesippus ein Vetter Jesu, Sohn des Klopas/Alphäus eines Bruders des Joseph, oft auch mit dem Beinamen der Gerechte betitelt),  als heilig von Mutterleib an beschrieben, der keinen berauschenden Getränken zusprach, und nichts verzehrte, was beseelt war (II,23,5.6).  Dass dieser erste Führer der jüdisch-christlichen Gemeinde Jerusalems, zweifelsohne ein sehr naher Verwandter des Jesus von Nazareth, nach heutigen Begriffen vegetarisch lebte, kann als eindeutiger Beweis für eine gleichfalls fleischlose vegetarische Ernährung des Jesus von Nazareth gewertet werden, dabei ist es vollkommen belanglos, ob Jesus der vegetarisch lebenden Essaier-Gemeinschaft angehörte.
Drei wichtige Zeugen des vegetarischen Lebens der frühen Christen sollen nun benannt werden, bevor auf die gewaltsame Veränderung des vegetarischen Christentums in die heutige Form der fleischverzehrenden christlichen Kirche eingegangen werden soll:
Tertullian, der Hl. Hieronymus und der Hl. Basilius.


Tertullian (Wikipedia)

Der älteste „lateinische“ Kirchenstifter Tertullian (160-222) teilte in seinen Schriften etwa um 200 die Christen sogar in zwei Gruppen – einerseits in die vegetarisch lebenden „wahren“ Christen und andererseits die Fleischverzehrer, die er sehr streng als „Leiber ohne Seelen“ bezeichnete.

Hl. Hieronymus (Gemälde v. Rubens - Wikipedia)

Als den kenntnisreichsten der „lateinischen“ Kirchenväter könnte man den Bibelübersetzer Hieronymus von Strido/n bezeichnen, der besser bekannt ist als Hl. Hieronymus (347-419), den Schöpfer der „Vulgata“, dessen Wort von den „cibi innocentes“ den „unschuldigen Speisen“ („Speisen, die ohne Blutvergießen gewonnen werden“) noch deutlicher in folgenden Sätzen dargelegt wird: „Der Genuss von Tierfleisch war bis zur Sintflut verboten; seit der Sintflut aber gibt man uns die Nerven/Fasern und den stinkenden Saft des Fleisches unter die Zähne, gleich wie man dem murrenden Volk in der Wüste Wachteln vorwarf. Jesus Christus, der am Ende der Tage gekommen ist, hat das Ende an den Anfang  (Genesis 1, 29-30) zurückgeführt, so dass es uns heute nicht mehr gestattet ist, Fleisch zu essen“ (Lib. I, Adversus Jovinian).
Last but not least die Aussage des Hl. Basilius, Kirchenlehrer und Bischof (330-379): „Der Leib, der mit Fleischspeisen beschwert wird, wird von Krankheiten heimgesucht; eine mässige Lebensweise macht ihn gesünder und stärker und schneidet dem Übel die Wurzel ab. Die Dünste der Fleischspeisen des Geistes“
Vegetarismus ein wesentlicher Bestandteil des frühen Christentums in strengster Befolgung des 5. göttlichen Gebotes !

Wie nun hat der Fleischverzehr den von Jesus, dem Christus, geforderten Fleischverzicht im christlichen Leben verdrängt?

Wesentliches dazu:


Paulus (Wikipedia)

Zunächst Paulus, der Apostel, der Jesus niemals in seiner irdischen Wander- und Predigerschaft erlebt hatte. Er, Saulus, der Christenverfolger, ein seelisch „blinder“ Eiferer, musste durch sein Erlebnis vor Damaskus (das er selbst Offenbarung Jesu nannte) körperliche Blindheit erfahren, die zu einem neuen Sehen/Erkennen der Lehre des Christus führen sollte, in der Verwandlung zum „Volkslehrer Paulus“. Im Gegensatz zu Petrus, ließ er den Gemeindemitgliedern freie Wahl der Speisen aber  im "Toledoth Jeschu", einer Sammlung altjüdischer Quellen zum Leben Jesu, wird wie folgt von ihm überliefert:“Jesus befahl mir, dass ich kein Fleisch esse und keinen Wein trinke, sondern nur Brot, Wasser und Früchte, damit ich rein befunden werde, wenn er mit mir reden will!“
Keinen Wein trinken! Wie ist dieses Enthaltungsgebot im Konsens zu der Einsetzung von Brot und Wein beim letzten Abendmahl zu verstehen? Vielleicht kann ein besonderer Hinweis  des Rabbi zum besseren Verständnis dienen: „Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht; denn ohne mich könnt ihr nichts tun.” (Joh 15,5). So symbolisiert in diesem Zusammenhang die Darreichung von Wein in Verbindung mit Jesus, ein geheiligtes Getränk zu heiligen Handlungen. Ob sich Paulus strikt an Fleisch- und Weinverzicht gehalten hat,   dazu gibt es keine Quellen. Nur die Empfehlung an Timotheus scheint  möglicherweise auf eine gewissen lockeren Umgang in den Speisegeboten hinzuweisen: "Trinke nicht länger nur Wasser, sondern sondern gebrauche ein wenig Wein, um deines Magens und deines häufigen Unwohlseins willen“ (1. Timotheus 5:23)“ . Offenbar ein Gesundheitstipp, der eine strenge Alkoholenthaltung im Prinzip  ausschließt!


Augustinus - Lateran
(Wikipedia)

Dass Kirchenlehrer wie Augustinus und Thomas von Aquin Tiere als unbeseelt hielten (Frauen galten übrigens bei Thomas von Aquin und Augustinus ebenfalls als unbeseelt, bei Augustinus als „minderwertig“, bei Thomas als „Missgriff der Natur“ ), kann man ohne Bedenken mit dem Wissen und der Erkenntnis der heutigen Zeit als Blasphemie bezeichnen; denn es handelt sich dabei eindeutig um einen menschlichen Tadel an der göttlichen Schöpfung, eine – "männliche“ Selbstüberhöhung!
Wie irrten sie doch die alten Kirchenlehrer,die sich in ihrem Leben nicht gerade rühmlich verhielten, wie z.B. Augustinus (den man im heutigen Sprachgebrauch in seiner vorchristlichen Zeit  als „alten Hurenbock“ bezeichnen könnte).
Gerade von Jesus weiß man in dem Wenigen, was in dieser Hinsicht Vernichtung und Verfremdung entgangen ist, dass er sich immer als Verteidiger der Frauen offenbarte (Ausgießung der Narde, Jesus und die Frau am Brunnen, Jesus verteidigt die Ehebrecherin, die gesteinigt werden sollte... usw).  Und zeigte er sich nicht zuerst Maria Magdalena nach seiner Auferstehung, die von Papst Gregor dem Großen zur Hure abgestempelt wurde, sie, die besondere Herzensfreundin des Logos?!
So wie er die Frauen schmähte, verurteilte Augustinus die christlichen Vegetarier und bezeichnete sie als „Greuel in den Augen Gottes“. Der Vegetarier Jesus, der Christus, ein Greuel in den Augen Gottes? Augustinus, ein Fall für die Inquisition?!

Kaiser Konstantin mit der Hagia Sophia
(Wikipedia)

Doch schlimmer noch als die geheiligten Kirchenlehrer gebärdete sich Kaiser Konstantin, der sich zwar zum Christentum bekehrte und es als Staatsreligion einführte, doch zuvor noch auf dem Konzil zu Nicäa (325) , sich als „Bischof der inneren Ordnung“ verstehend, „sortierend“ und „ordnend“ in das kirchliche Leben und die Bücher der Bibel, vor allem des Neuen Testamentes, eingriff. Die vegetaristischen Passagen wurden, neben anderen, dem Kaiser nicht genehmen Texten,weitgehend entfernt bzw. Texte aus verschiedenen Kapiteln untereinander ausgetauscht. Fleischlose Ernährung wurde verboten. Zuwider handelnden Christen wurde der Hals mit Blei ausgegossen, eine bis ins Mittelalter fortdauernde inquisitorische Bestrafung. Noch sind sie nicht hinweggenommen, die Bannflüche der Kirche gegen die ur-christlichen Vegetarier, noch sind die Massaker an den vegetarisch lebenden Templern, den extrem vegetarisch lebenden Katharern (die übrigens nur das Ur-Johannesevangelium als authentisches Evangelium anerkannten) nicht gesühnt!
Es gibt heute sogar Bestrebungen, den Bruder der Tiere, den Hl. Franziskus von Assisi, des Fleischverzehrs zu bezichtigen. Wie könnte ein Mensch, der mit den Tieren redete, sie als seine Geschwister bezeichnete, sie in kannibalistischer Absicht zum Verzehr töten? Das ist die perfideste aller Lügen!
Und ist es nicht gerade zu grotesk, dass ein Papst, der sich den Namen des Hl. Benedikt von Nursia zugelegt hat, der nach strengen Regeln und ebenfalls  als Vegetarier lebte, deshalb oft Vergiftungsattacken ausgesetzt war, am liebsten Kalbsbraten verzehrt?

Wir wissen, dass der Flügelschlag eines Schmetterlings auf Hawaii einen Orkan in China auslösen kann, denn alles ist miteinander verbunden – alle Ursachen erzeugen Wirkungen, besonders die Schreie der gefolterten und gequälten Mitgeschöpfe, auch im Namen der selbst ernannten  sog. „Braut Christi“, einer Braut mit blutigem Mund und blutigen Händen?!

Eine besonders verwerfliche "Braut", die Ausbeutung und Nutzung der Tiere als Nahrung und in tierquälerischen Versuchslaboren "genehmigt, die im Namen des "Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes" Waffen, die töten, segnet sowie die Fleischspeisen auf den wohlgefüllten Tellern: Würste aus den Schlachthöfen des Vatikans als Präsent für die Evangelische Kirche ....
Du sollst den Namen des Herrn, deines Gottes nicht missbrauchen; denn der Herr wird den nicht ungestraft lassen, der seinen Namen missbraucht!

Millionenfache Tode stirbt der Christus täglich in den Schlachthöfen, in den Tötungsstationen, auf den Straßen, in den Meeren, in den Wäldern,  in den Laboren und Forschungsstationen der Welt...

(Caspar David Friedrich)

Leiber ohne Seelen

(Tertullian)



Elke Gelzleichter 08/2012

Samstag, 9. April 2011

Rettet die Erde oder rette sich wer kann?

Das Leben auf diesem Globus als TV-Film oder -Dokumentation? Es scheint so, dass die meisten Menschen unserer Wohlstandsgesellschaft die Geschehnisse in aller Welt nur noch als virtuelles Ereignis verifizieren wollen und können.
Via Television gelangen Kriege in unser Wohnzimmer: Es fallen Bomben auf eine Stadt, erschießen sich Menschen gegenseitig - aber es berührt uns nicht, es bleibt alles in der Scheibe des Fernsehgerätes.
Via Television erreichen uns die Bilder ausgemergelter, verhungender und kranker Menschen, aber es berührt nur am Rande - mit einem "ach, die armen Menschen" wird sich die nächste Portion Chips in den Mund gestopft.
Via Television erreichen uns die Bilder von Katastrophen, wie das Meer ein Landstrich überflutet, sich der Menschen und ihrer Werke bemächtigt - aber es geschieht nicht in unserem Wohnzimmer, der ferne Osten ist weit.
Via Television erreicht uns die Nachricht außer Rand und Band geratener Atomkraftwerke - wir fragen, ob man jetzt noch unbedenklich Sushi genießen kann...
Eine Art Fatalismus hat diese Wohlstandsgesellschaft beschlichen, nach dem Motto: Wenn hier etwas zu machen ist, soll es die Regierung tun, dafür wird die ja bezahlt - ich als "kleiner Mann" kann sowieso nichts ausrichten.
Ist dem wirklich so, kann der "kleine Mann" wirklich nichts ausrichten? Haben wir nicht aus der Geschichte nicht gelernt, was daraus entsteht, wenn wir uns den Einflüsterungen von Propaganda-Maschinerien unterwerfen oder im Gegenteil dagegen aufstehen und rufen "wir sind das Volk!"? Jetzt ergeht der Ruf "wir sind die Menschheit, wir sind die Erde!"
Und jeder einzelne kann etwas dazu beitragen. Was im einzelnen zu geschehen hat, wird immer wieder in der kommenden Zeit in verschiedenen Posts dargelegt und diskutiert werden:
Zunächst einige Feststellungen:
1. Unsere Mutter Erde kann ihre Kinder künftig nicht mehr ernähren.
Das heißt: Aufklärung tut not. Der Satz "children are poor man's riches = "Kinder sind des armen Mannes Reichtum" hat spätestens in der heutigen Zeit seine Gültigkeit verloren; denn es ist Reichtum erforderlich, um eine Vielzahl von Kindern ernähren zu können, eine gute Bildung und Ausbildung zu ermöglichen, aber die Realität zeigt, dass viele Kinder in sozial schwache Familien hineingeboren bzw. in Ländern der Dritten Welt - wie z.B. Afrika - in einer durchschnittl. Familie 5-6 Kinder geboren werden. Lt. Unesco könnte der Welthunger in etwa 25 Jahren um ein Vielfaches reduziert werden, wenn sich die durchschnittl. Geburtenzahl auf 2,5 Kinder reduziert (Deutschland liegt z.Zt. unter dieser Quote mit 1,8).
2. Die "Fleisch-Produktion" aufgrund der enorm gestiegenen "Lust an Fleisch" der Menschen erfordert riesige Viehherden, deren Methanausstoß ca. 40 % des gesamten Methanausstoßes ausmachen (mehr als Flug- und Kraftfahrzeuge).
Das heißt: Der Fleischverzehr muss reduziert werden. Entgegen der landläufigen Meinung, dass Fleisch für die menschliche Ernährung erforderlich sei, ist es wissenschaftlich bewiesen, dass Fleischverzehr ursächlich ist für viele schwerwiegende Krankheiten, z.B. Gicht, Darmkrebs. Es ist notwendig, sich auf ein bis zwei Fleischmahlzeiten pro Woche zu beschränken! Allerdings kann ein endgültiges Lossagen von Fleischgerichten das Leben um etwa 15 Jahre verlängern, d.h. es ist erwiesen, dass Vegetarier im Durchschnitt 15 Jahre länger leben als Fleischesser. Wer sich zu diesen Maßnahmen entschließt, tut nicht nur etwas Sinnvolles für sich (und bereichert auch seine Geschmacksknospen), sondern leistet gleichzeitig einen wichtigen Beitrag zum Umwelt- und Tierschutz; denn die Tiere, die geboren sind, um zu sterben und als Leichenteile in menschlichen Mägen zu landen, werden größtenteils nicht artgerecht gehalten und nicht "human" getötet, wenn uns auch eine entartete Industrie das glauben machen will!
3. Sinnvolle Auswahl der Arten im Getreideanbau
Um eine gehaltvolle und umweltfreundliche Ernährung künftiger Generationen zu sichern, müssen Getreidearten gewählt werden, die weniger Methanausstoß verursachen als andere, ebenso die Art des Anbaus. Reis ist das Getreide, das durch den erforderlichen Anbau in sumpfigen Gebieten den höchsten Methanausstoß verursacht. Der schon von St. Hildegard hochgelobte Dinkel dagegen ist ein äußerst gehaltvolles Korn, das einzige, das mit 3 Enzymen von Mutter Natur ausgestattet wurde, als vollwertiger Fleischersatz gilt (man kann unbedenklich ohne körperliche Defizite lange Zeit nur mit Dinkel und Wasser leben) und durch seinen nussartigen Geschmack zu vielen Rezeptvarianten einlädt. Selbst hoch ausgemahlen behält der Dinkel seinen vollen Nährwert. Bei biologischem Anbau reduziert sich der Methanausstoß gegenüber anderen Anbauarten um 19 %, wächst auch in kargen Gebirgslandschaften und auf ungepflügten Flächen. Bedenkenswert?!
4. Erneuerbare Energien
Die Atomlobbyisten, die selbstverständlich aus gnadenlosem Gewinnstreben daran interessiert sind, ihre Kraftwerke weiter zu betreiben, versuchen durch in Presse, Funk und Fernsehen verbreitete Lügen, z.B. dass durch einen schnellen Ausstieg aus der Atomkraft (Kernspaltung) Deutschlands Energienetz zusammen brechen würde, dass Deutschland Atomstrom teuer aus anderen Ländern beziehen müsste, das "Nein zur Atromkraft" in Frage zu stellen. Es kann sehr gut bewiesen werden, dass durch ein Umsteigen auf verschiedene Quellen erneuerbarer Energien, wie Wasser-, Windkraft-, Solar- und High-Voltaic-Techniken, Holzfeuerungen sowie Geothermie in den nächsten 15-20 Jahren, durchaus ein bezahlbarer Ersatz für die - wie es sich gezeigt hat - gefährlichen AKWs geschaffen werden kann, wobei für den nachwachsenden Brennstoff Holz an eine sorgfältige Einsatz-Planung schnell wachsender Baumarten, die wenig Methan- bzw. auch Lachgase frei setzen, wie zum Beispiel die Pappel, gedacht werden muss.
5. Antriebsfeder des ungebremsten Konsums - der Neidfaktor
Überprüfen wir uns: Was brauchen wir wirklich?
Kaufen wir uns das neue Auto, weil wir es wirklich brauchen oder weil wir den Nachbarn übertrumpfen müssen.
Aus welchen Gründen bauen wir ein Haus? Muss es größer und schöner sein als das von Cousin Albert?
Brauchen wir wirklich in jeder Saison neue "Outfits", um uns darzustellen?
Was ist es, das uns dazu bewegt, ständig neue Möbel zu kaufen?
Es ist der Neidfaktor: Ständig suggeriert uns eine sich verselbständigende Werbeindustrie, was uns unser Leben angeblich lebenswert macht. Tag und Nacht sehen und hören wir von den ach so wichtigen Produkten, die man erwerben soll, um schöner, klüger, besser...und weiß Gott, was noch zu sein und - es ist fast zwanghaft - hat es der Nachbar, der Freund, die Arbeitskollegin schon, blickt man scheelen Auges auf diese vermeintliche glückhafte Errungenschaft und nichts scheint erstrebenswerter als die selbe Sache noch größer, schöner und teurer zu erwerben. Im Grunde ist das, was wir heute erwerben, die Müllhalde von morgen. Überprüfen wir also sorgfältig wie es mit unserem Neidfaktor steht. Denken wir um, ändern wir uns! Lassen wir uns nicht erzählen, ein solches Verhalten würde Arbeitsplätze vernichten. Eins ist doch klar, wer weniger konsumiert, benötigt weniger Geld, die Konsumspirale würde unterbrochen, Arbeitskräfte für den Arbeitseinsatz zum Erhalt unserer Erde mit allem, was hier lebt, frei werden.
Auf diesem Blog wird man künftig noch mehr über die Möglichkeiten der einzelnen erneuerbaren Energiequellen berichten, über die künftige Ernährung, über das, was schützenswert ist, die Pflanzen- und Tierwelt und ihre bedrohten Arten.
Ich spreche hier jeden einzelnen Leser an: Sie sind aufgefordert mit der Rettung der Erde zu beginnen, sonst heißt es bald "rette sich, wer kann!"
Kathrina über New Orleans: www.housezett.de/forum/topic
Kinderbild: Kindernothilfe
Pappelallee: Pünktchen
Getreidefeld: Freiburg-Schwarzwald.de
Dinkelfeld mit Wicken: Westerwald.de
Rabatt: lustich.de
Freiburg-Schwarzwald.de

Donnerstag, 24. März 2011

Machet euch die Erde untertan - Dominium terrae oder Fürsorgeauftrag?

Das tragischste und verheerendste Missverständnis der Christenheit liegt in der Fehlinterpretation des göttlichen Auftrags in Genesis 1,28 "machet euch die Erde untertan". Fast 2000 Jahre lang wurden diese Worte als die freie Verfügung über die Erde und das Gestatten ihrer Ausbeutung "mit allem, was darinnen ist", sozusagen als Dominium terrae verstanden. Nicht zuletzt trug die Unkenntnis der frühen Christen über das Leben der Menschen zur Zeit des Alten Testamentes zu falschem Verstehen und damit zu falschen Übersetzungen bei, auch die frühen Päpste griffen mit Befehlen in die Übersetzungen ein.
Zwar sprach schon in vorchristlicher Zeit der Dichter und Philosoph Ovid (43 v. Chr. bis 18 n. Chr.) vom "Goldenen Zeitalter", in dem die Früchte der Bäume und Kräuter den Menschen als Nahrung gedient hätten, Gerechtigkeit und Friede unter allen geherrscht habe und erst mit dem Verzehr von Fleisch die Schlechtigkeit in die Welt gekommen sei,
aber von einem Wissen über das Verbot des Fleischverzehrs in vorsintflutlicher Zeit und einem abermaligen Verbot nach dem Tod des Jesus von Nazareth weiß auch der spätantike, aus Dalmatien stammende Gelehrte und Kirchenlehrer Sophronius Eusebius Hieronymus (* 347 n. Chr. in Stridon, + 420 n. Chr. in Bethlehem) zu berichten. Von ihm, dem Übersetzer der Vulgata, stammte der Begriff der "cibi innocentes", der" unschuldigen Speisen", die nicht durch Blutvergießen gewonnen werden.
Der ehemalige Sekretär in Diensten von Damasus I. (Bischof von Rom), wurde von dessen Nachfolger Siricus (+ 399) - so berichtet die Fama - angewiesen, die Textstellen über das Verbot des Fleischessens und die der Wiedergeburt aus dem Text zu nehmen; denn dieser Papst (er war der Erste, der sich so nannte), war eigensinnig und ein eifriger Verfechter der Thesen des Konsils zu Nicäa. So hielt sich die These des "Dominium terrae" hartnäckig bis in unsere Tage, bis zu Papst Johannes Paul II., der dieser Fehlinterpretation mit der Erlaubnis, Tiere zu Experimenten zuzulassen (und zu quälen) in einzigartiger Weise die Krone aufsetzte.
Neuere Übersetzungen, die aus hebräischen und aramäischen Urtexten schöpfen und in einen Kontext zu dem Leben der Menschen des alten Palästina stellen, kommen zu dem Schluss, dass hier nicht die vermeintlich göttliche Genehmigung zur gnadenlosen Ausbeutung der Erde und ihrer Wesenheiten zu sehen ist, sondern, dass hier ein Auftrag der Fürsorge an die Verwalter der Erde ergeht.
Wenn man nun das Wort "Untertan" ins Althochdeutsche überträgt, heißt dieser Begriff "handgengan" und bedeutet, dass jemand an der Hand geführt werden muss, dass er Schutz und Obhut braucht.
So gesehen muss sich auch die christliche Kirche und ihre Lehrer den Vorwurf gefallen lassen, an dem heutigen destaströsen Zustand unserer Erde einen Großteil Mitschuld zu tragen. Umdenken tut Not, die ungetreuen Haushalter werden zur Rechenschaft gezogen werden..
Bildquellen: Ovid, Rubensbild des Hieronymus, Siricus: Wikipedia
Baby auf der Hand: Erdbeerlounge
Licht auf dem Weg: Pünktchen