
Jetzt wehen sie leicht wieder im Wind, die langen Zweige der Hängebirken, überzogen von zarten Schleiern hoffnungsfrohen Grüns, die Erde im Jugendkleid des Frühlings, wieder erwacht, wieder geboren. Sie, die jugendlich Schlanke vom 3. Schöpfungstag, wurde den nordischen Göttinnen Freya und Frigg in ihrer jungfräulichen Erscheinungsart geweiht sowie der keltischen Brigid. Es ist nicht verwunderlich, dass diese alten Schutzgöttinnen des Herdfeuers und des Lichtes sich diesen lichtdurchfluteten Baum zum Symbol auserkoren hatten. Die Birke, lat. Betula, zeichnet sich nicht nur durch ein schnelles Wachstum aus, sie erreicht immerhin schon innerhalb von 6 Jahren eine stattliche Höhe von 7 Metern (ist ausgewachsen bis zu 30 Metern hoch), sondern bietet durch ihre mannigfaltige Nutzbarkeit ein üppiges Repertoire an Einsatzmöglichkeiten:
Im Gegensatz zu anderen schnellwachsenden Baumarten ist ihr Holz nicht nur zum Anzünden geeignet, sondern bis zu einem gewissen Maß auch als Feuerholz, da die Holzscheite nur minder rasch niederbrennen, ja es eignet sich besonders gut als Kaminholz ohne Funkenflug, und der Reichtum an ätherischen Ölen lässt es auch im frischen Zustand brennen.

Wegen seiner geringen Tragfähigkeit scheidet das Birkenholz zur Verwendung als Bauholz aus, dagegen eignen sich verschiedene Birkensorten hervorragend zum Möbelbau bzw. als Furnierholz und Sperrholz und diente in Zeiten der kleinbäuerlichen Betriebe vom Mittelalter bis ins 20. Jhdt. zum Anfertigen von Fassreifen, Deichseln, Heugabeln und -rechen, Leitern, Tischen Stühlen, ja auch Wäscheklammern und Messergriffen, wofür es sich hervorragend infolge seiner Resistenz gegen Trockenheit verarbeiten ließ.

Birkenöl und Birkenteer werden aus dem oberen Teil der in 2 Schichten gegliederten Rinde gewonnen, während der untere Teil sogar essbar ist und wie Spaghetti gekocht werden kann.

Dass die Birke schon seit grauer Vorzeit in der Volksmedizin zur Therapie bei Wassersucht, Gicht und Rheuma benutzt wurde, ist hinlänglich
bekannt, da sie als harntreibend, blutreinigend und anregend gilt und deshalb auch in der heutigen sog. Phytotherapie Anwendung findet, nicht zuletzt auch als Haarpflegemittel wie das altbekannte Birkenwasser.

Dass aber schon die Neandertaler und auch der Homo sapiens bis hin zum Cro-Magnon-Menschen das Birkenpech als wirkungsvollen Klebstoff beim Anfertigen ihrer Werkzeuge verwandten, wissen die Wenigsten, und doch kann man es als eine frühe Art von Kunststoff bezeichnen.

Lasst uns Birken pflanzen, die jugendlich Schlanken vom 3. Schöpfungstag!
Bildquelle: Birkenbilder Textanfang und Schluss: Pünktchen
Birkendosen: http://www.lederkram.de/
Alle übrigen Bilder (einschl. Birkenwald von Klimt): Wikipedia
Hallo Pünktchen, danke für den schönen und informativen Beitrag. Für die Birke steht die Rune Berkana, im Frühjahr trage ich sie immer bei mir, weil sie für die große Erdmutter, die Fruchtbarkeit, den Neubeginn und das Mitgefühl steht. Sie steht auch noch für Flexibilität und Beweglichkeit, weshalb Tinkturen aus Birkenrinde- und Blätter, dieselbe bei Mensch und Tier erhöhen können. Bei Affirmationen kann sie sehr gut das Gefühl von fließender Kommunikation und Leichtigkeit vermitteln. Berkana ist eine sehr hilfreiche Rune, welche so manchen Neuanfang jeglicher Art auf geheimnisvolle Weise zu fördern versteht.
AntwortenLöschenViele liebe Grüsse
Ursula
Hallo, Ursula!
AntwortenLöschenVielen Dank für diese wichtigen Informationen(in dem alten Wissen bist Du einfach unschlagbar). Wagen wir also den neuen Beginn mit Birke und Berkana.
Viele liebe Grüße
Pünktchen
Danke Pünktchen, Berkana ist in der Tat eine sehr mächtige Energie.Lässt man sie auf sich wirken, können wir zu ungeahnten Erkenntnissen gelangen, welche das uns Bekannte manchmal ganz schön auf den Kopf stellen können.
AntwortenLöschenIch habe das schon sehr oft feststellen müssen.
Ja, wir wagen diesen Neubeginn, denn er ist Aufgabe und Auftrag zugleich.
Ganz viele Grüsse
Ursula