Dienstag, 12. April 2011

Schätze der Welt - Die Wälder. Gedanken zum Internationalen Jahr der Wälder 2011

Der Baum
Eugen Roth
Zu fällen einen schönen Baum,
braucht's eine halbe Stunde kaum.
Zu wachsen, bis man ihn bewundert,
braucht er, bedenk es, ein Jahrhundert.
Ein grünes Blatt
Theodor Storm
Ein Blatt aus sommerlichen Tagen,
ich nahm es so im Wandern mit,
auf dass es einst mir möge sagen,
wie laut die Nachtigall geschlagen,
wie grün der Wald, den ich durchschritt.
Zwei Dichter, zwei Gedichte, zweimal Gedanken über kleine Puzzleteile einer großartigen Natur, die uns die Luft zum Atmen auf diesem Planeten schenkt, die uns von Kindesbeinen an begleitet, den Wald.
Aus seinen Tiefen scheinen Träume und Albträume gleichermaßen geboren zu sein, bevölkert mit den phantastischsten Gestalten aus Märchen und Sagen: Da vorne, huscht da nicht Rotkäppchen über den Weg? Der Wolf, zu scheu für das menschliche Auge, beobachtet uns von ferne. Das Reh, das vor uns über den Weg tritt und vertrauensvoll entgegenblickt, ist es etwa das Brüderchen, das an der verzauberten Quelle getrunken hat? Hört man sie nicht murmeln "wer aus mir trinkt, der wird ein Reh, wer aus mir trinkt..."? Und dort im dunklen Tann, das kleine schiefe Waldhäuschen, zeigen die kleinen Nebel, die dort einen Moriskentanz vollführen, dass eine Hexe ihren Krötensud braut? In den Nachtstunden lassen lange Schatten unter dem Mondlicht Elfen über die mondbeschiene Lichtung tanzen...
"Waldschrat" nannte mich lachend mein Vater, wenn ich als Zweijährige ungeschickt über die oben liegenden Wurzelausläufer der Tannen stolperte, die mir gleich Hexenfingern erschienen, die nach mir haschen wollten. Und all dieser Zauber der Kindheit bleibt ewig bewahrt zwischen den mächtigen Stämmen alter Buchen und Eichen, flüstert leise in den Kronen jugendlicher Birken . Wie ist es doch so schaurig schön, wie bebt alles vor Erhabenheit, wenn der Sturm die große Waldesorgel spielt oder Blitze, mit grellem Licht zischend in die Erde fahren...
Da erhebt sich ein Ahnen aus Urzeiten, die uns Götter erdenken ließ, als der Wald noch dichter, die Tannen noch dunkler, die Moose noch feuchter waren und die Sümpfe über ihren verborgenen Welten schmatzten - aus den Zeiten als Odin die Runen, kopfüber in der Weltesche hängend, zur Erde warf, Buchenstäbe - Schriftzeichen, heute noch in dem Wort und Begriff Buchstaben eindeutig zu erkennen. Im tiefsten Innern und Erinnern erkennen wir noch den Wald als Heimat und Schutz vor Verfolgungen, aber andererseits auch als Hort von Geheimnis und Verbrechen, er ist verflochten mit der Geschichte unserer Völker, verwoben wie die Spinnennetze, die zwischen den Büschen im Morgentau glitzern...
Auch heute ist er noch Heimat für viele Wildtiere, Wildkräuter und viele Baumarten, bietet durch Holzwirtschaft vielen Erwerb und Auskommen, aber - wie sagt Eugen Roth zum Wachstum eines Baumes? "Bis man ihn bewundert, braucht es ein Jahrhundert!" Feste Regeln bei der Bewirtschaftung des Waldes sind daher erforderlich, um eine ökologische, aber auch ökonomische Bewirtschaftung gleichgewichtig zu gewährleisten, wozu in Deutschland besonders die Bundesländer mit hohem Waldanteil, wie das Saarland, aufgerufen sind! 38300 ha Wald bedecken das Saarland und machen daher 39 % seiner Gesamtfläche aus. Ein stattlicher Wald, dessen Erhaltung in allen seinen Facetten für den Saarforst eine besondere Herausforderung ist - und auch bestanden wird.
2011, das Jahr der Wälder, ruft uns zum Schutz auf vor Raubbau - besonders des für das klimatische Gleichgewicht so wichtigen Regenwaldes - zu ihrer Hege und Pflege, zum Bewahren; denn ohne sie fehlt uns die Luft zum Atmen!
Erzählen Sie uns, was Sie mit dem Wald verbindet, wir freuen uns auf Ihre Geschichte!
Bildquellen: Waldfotos: Pünktchen, Emblem 2011: http://www.wald2011.de/
Rotkäppchen, http://www.picsearch.com/; Espenblatt, Elfen, Schrat:
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